Autobiographische einzelheiten Selbstschilderung (1) immer ttiger, nach innen und auen fortwirkender poetischer Bildungstrieb macht den Mittelpunkt und die Base seiner Existenz; hat man den gefat, so lsen sich alle brigen anscheinenden Widersprche. da dieser Trieb rastlos ist, so mu er, um sich nicht stofflos selbst zu verzehren, sich nach auen wenden und, da er nicht beschauend sondern nur praktisch ist, nach auen ihrer Richtung entgegen wirken. daher die vielen falschen Tendenzen zur bildenden Kunst zu der er kein Organ, zum ttigen Leben wozu er keine Biegsamkeit, zu den Wissenschaften wozu er nicht genug Beharrlichkeit hat. da er sich aber gegen alle drei bildend verhlt, auf Realitt des Stoffs und Gehalts und auf Einheit und Schicklichkeit der Form berall dringen mu, so sind selbst diese falschen Richtungen des Strebens nicht unfruchtbar nach auen und innen. in den bildenden Knsten arbeitete er so lange, bis er sich den Begriff sowohl der Gegenstnde als der Behandlung eigen machte und auf den Standpunkt gelangte, wo er sie zugleich bersehen und seine Unfhigkeit dazu einsehen konnte; seine teilnehmende Betrachtung ist dadurch erst rein geworden. in Geschften ist er brauchbar, wenn dasselbe einer gewissen Folge bedarf und zuletzt auf irgend eine Weise ein dauerndes Werk daraus entspringt oder wenigstens unterweges immer etwas Gebildetes erscheint. bei Hindernissen hat er keine Biegsamkeit, aber er gibt nach, er widersteht mit Gewalt, er dauert aus oder er wirft weg, je nachdem seine berzeugung oder seine Stimmung es ihm im Augenblicke gebieten. er kann alles geschehen lassen was geschieht und was Bedrfnis, Kunst und Handwerk hervorbringen; nur dann mu er die Augen wegkehren, wenn die Menschen nach Instinkt handeln und nach Zwecken zu handeln sich anmaen. seitdem er hat einsehen lernen, da es bei den Wissenschaften mehr auf die Bildung des Geistes der sie behandelt, als auf die Gegenstnde selbst ankommt, seitdem hat er das, was sonst nur ein zuflliges unbestimmtes Streben war, hat er dieser Geistesttigkeit nicht entsagt, sondern sie nur mehr reguliert und lieber gewonnen; so wie er sich jenen andern beiden Tendenzen, die ihm teils habituell teils durch Verhltnisse unerllich geworden, sich nicht ganz entzieht, sondern sie nur mit mehr Bewutsein und in der Beschrnkung die er kennt, gelegentlich ausbt, um so mehr da das, was eine Geisteskraft mig ausbildet, einer jeden andern zu statten kommt. den besondern Charakter seines poetischen Bildungstriebes mgen andere bezeichnen; leider hat sich seine Natur sowohl dem Stoff als der Form nach durch viele Hindernisse und Schwierigkeiten ausgebildet und kann erst spt mit einigem Bewutsein wirken, indes die Zeit der grten Energie vorber ist. eine Besonderheit, die ihn sowohl als Knstler als auch als Menschen immer bestimmt, ist die Reizbarkeit und Beweglichkeit, welche sogleich die Stimmung von dem gegenwrtigen Gegenstand empfngt, und ihn also entweder fliehen oder sich mit ihm vereinigen mu. so ist es mit Bchern, mit Menschen und Gesellschaften; er darf nicht lesen, ohne durch das Buch bestimmt zu werden, er ist nicht gestimmt, ohne da er, die Richtung sei ihm so wenig eigen als mglich, ttig dagegen zu wirken und etwas hnliches hervorzubringen strebt. Selbstschilderung (2) ich habe niemals einen prsumptuoseren Menschen gekannt als mich selbst, und da ich das sage, zeigt schon, da wahr ist was ich sage. niemals glaubte ich, da etwas zu erreichen wre, immer dacht ich, ich htte es schon. man htte mir eine Krone aufsetzen knnen und ich htte gedacht, das verstehe sich von selbst. und doch war ich gerade dadurch nur ein Mensch wie andre. aber da ich das ber meine Krfte Ergriffne durchzuarbeiten, das ber mein Verdienst Erhaltne zu verdienen suchte, dadurch unterschied ich mich blo von einem wahrhaft Wahnsinnigen. erst war ich den Menschen unbequem durch meinen Irrtum, dann durch meinen Ernst. ich mochte mich stellen wie ich wollte, so war ich allein. die Vernunft in uns wre eine groe Macht, wenn sie nur wte wen sie zu bekmpfen htte. die Natur in uns nimmt immerfort eine neue Gestalt an und jede neue Gestalt wird ein unerwarteter Feind fr die gute sich immer gleiche Vernunft. ich htte oft gern die ... Selbstschilderung (3) ich war mir guter, edler, groer Zwecke bewut, konnte aber niemals die Bedingungen begreifen, unter denen ich wirkte; was mir mangelte, merkt ich wohl, was an mir zu viel sei, gleichfalls; deshalb unterlie ich nicht mich zu bilden, nach auen und von innen. und doch blieb es beim alten. ich verfolgte mir oft widerspenstige Bedingungen vollkommen zu berwinden, oft aber auch scheiterte ich daran, weil ich nachgeben und umgehen nicht lernen konnte. und so ging mein Leben hin unter Tun und Genieen, Leiden und Widerstreben, unter Liebe, Zufriedenheit, Ha und Mifallen anderer. hieran spiegele sich, dem das gleiche Schicksal geworden. Selbstbiographie Cellini sagt, wenn ein Mann, der glaubt etwas geleistet und ein bedeutendes Leben gefhrt zu haben, im vierzigsten Jahre steht, so soll er seine Lebensbeschreibung beginnen, die ereignisvolle Zeit seiner Jugend treulich aufzeichnen und in der Folge weiter fortfahren. Cellini hat ganz recht: denn es ist keine Frage da uns die Flle der Erinnerung, womit wir jene ersten Zeiten zu betrachten haben, nach und nach erlischt, da die anmutige Sinnlichkeit verschwindet und ein gebildeter Verstand durch seine Deutlichkeit jene Anmut nicht ersetzen kann. hiebei ist aber noch ein bedeutender Umstand wohl zu beachten: wir mssen eigentlich noch nah genug an unsern Irrtmern und Fehlern stehn, um sie liebenswrdig und in dem Grade reizend zu finden, da wir uns lebhaft damit abgeben, jene Zustnde wieder in uns hervorrufen, unsere Mngel mit Nachsicht betrachten und mancher Fehler uns nicht schmen mgen. rcken wir weiter ins Leben hinein, so gewinnt das alles ein anderes Ansehn und man kommt zuletzt beinahe in den Fall, wie jener Geometer nach Endigung eines Theaterstcks auszurufen: "was soll denn das aber beweisen?" wie man sich denn aber aus jeder gegrndeten oder grundlosen hypochondrischen Ansicht nur durch Ttigkeit retten kann, so mu man den Anteil an der Vergangenheit wieder in sich heraufrufen und sich wieder dahin stellen, wo man noch hofft ein Mangel lasse sich ausfllen, Fehler vermeiden, bereilung sei zu bndigen und Versumtes nachzuholen. was wir zu diesem Zwecke versucht und vorgearbeitet, um ihn sicherer zu erreichen, was hiebei ein junger Zgling geleistet, davon gebe Nachstehendes nhere Kenntnis. Archiv des Dichters und Schriftstellers mehr als einmal whrend meiner Lebenszeit stellte ich mir die dreiig niedlichen Bnde der Lessingischen Werke vor Augen, bedauerte den Trefflichen, da er nur die Ausgabe des ersten erlebt, und freute mich des treuergebenen Bruders, der seine Anhnglichkeit an den Abgeschiedenen nicht deutlicher aussprechen konnte, als da er, selbstttiger Literator, die hinterlassenen Werke, Schriften, auch die kleineren Erzeugnisse und was sonst das Andenken des einzigen Mannes vollstndig zu erhalten geschickt war, unermdet sammelte und unausgesetzt zum Druck befrderte. in solchen Falle ist dem Menschen wohl erlaubt, der einer hnlichen Lage sich bewut ist, auf sich selbst zurckzukehren und eine Vergleichung anzustellen, was ihm gelungen oder milungen sei; was von ihm und fr ihn geschehen und was ihm allenfalls zu tun noch obliege. und so hab' ich mich denn einer besondern Gunst des leitenden Geistes zu erfreuen, ich sehe zwanzig Bnde sthetischer Arbeiten in geregelter Folge vor mir stehen, so manchen anderen der sich unmittelbar anschliet, mehrere sodann gewissermaen im Widerspruch mit dem poetischen Wirken, so da ich den Vorwurf zerstreuter und zerstckelter Ttigkeit befrchten mte, wenn derjenige getadelt werden knnte, der, dem eigenen Triebe seines Geistes folgend, zugleich aber auch durch die Forderung der Welt angeregt, sich bald hie bald da versuchte und die Zeit die man einem jeden auszuruhen vergnnt, mit vermannigfaltigtem Bestreben auszufllen wute. das bel freilich, das daher entstand, war, da bedeutende Vorstze nicht einmal angetreten, manch lbliches Unternehmen im Stocken gelassen wurde. ich enthielt mich manches auszufhren, weil ich bei gesteigerter Bildung das Bessere zu leisten hoffte, benutzte manches Gesammelte nicht, weil ich es vollstndiger wnschte, zog keine Resultate aus dem Vorliegenden, weil ich bereilten Ausspruch frchtete. bersah ich nun fters die groe Masse, die vor mir lag, gewahrte ich das Gedruckte, teils geordnet, teils ungeordnet, teils geschlossen, teils Abschlu erwartend, betrachtete ich wie es unmglich sei, in spteren Jahren alle die Fden wieder aufzunehmen, die man in frherer Zeit hatte fallen lassen, oder wohl gar solche wieder anzuknpfen, von denen das Ende verschwunden war, so fhlte ich mich in wehmtige Verworrenheit versetzt, aus der ich mich, einzelne Versuche nicht abschwrend, auf eine durchgreifende Weise zu retten unternahm. die Hauptsache war eine Sonderung aller der bei mir ziemlich ordentlich gehaltenen Fcher, die mich mehr oder weniger frher oder spter beschftigten; eine reinliche ordnungsgeme Zusammenstellung aller Papiere, besonders solcher, die sich auf mein schriftstellerisches Leben beziehen, wobei nichts vernachlssigt noch unwrdig geachtet werden sollte. dieses Geschft ist nun vollbracht; ein junger, frischer, in Bibliotheks- und Archivsgeschften wohlbewanderter Mann hat es diesen Sommer ber dergestalt geleistet, da nicht allein Gedrucktes und Ungedrucktes, Gesammeltes und Zerstreutes vollkommen geordnet beisammen steht, sondern auch die Tagebcher, eingegangene und abgesendete Briefe in einem Archiv beschlossen sind, worber nicht weniger ein Verzeichnis, nach allgemeinen und besondern Rubriken, Buchstaben und Nummern aller Art gefertigt, vor mir liegt, so da mir sowohl jede vorzunehmende Arbeit hchst erleichtert, als auch denen Freunden, die sich meines Nachlasses annehmen mchten, zum Besten in die Hnde gearbeitet ist. den nheren ausfhrlichern Inhalt jenes bibliothekarisch-archivarischen Verzeichnisses lege ich nach und nach in diesen Heften vor, wobei ich manche an mich gelangte besondere Anfrage zu erwidern gedenke; was ich aber Greres sogleich nach jener Leistung zu unternehmen gedrungen war, sagt nachstehender Aufsatz umstndlicher. Lebensbekenntnisse im Auszug so oft ich mich entschlo, den Wnschen naher und ferner Freunde gem, ber einige meiner Gedichte irgend einen Aufschlu, von Lebensereignissen auslangende Rechenschaft zu geben, sah ich mich immer gentigt in Zeiten zurckzugehen, die mir selbst nicht mehr klar vor der Seele standen, und mich deshalb manchen Vorarbeiten zu unterziehen, von denen kaum ein erwnschtes Resultat zu hoffen war. ich habe es demohngeachtet einigemal gewagt und man ist nicht ganz unzufrieden mit dem Versuch gewesen. dieses freundliche Ansinnen dauert nun immer fort, indessen andere liebe Teilnehmende versichern, da sie mehr wrden befriedigt sein, wenn ich in einer Folge, sowohl Arbeiten als Lebensereignisse, wie frher geschehen, darbringen wollte und knftig nicht, wie ich bisher manchmal getan, treue Bekenntnisse sprungweis mitteilte. auch hierber scheint mir gerade bei dieser Gelegenheit eine nhere Erklrung ntig. schon im Jahr 1819 als ich die Inhaltsfolge meiner smtlichen Schriften summarisch vorlegen wollte, sah ich mich zu tiefer eingreifender Betrachtung gedrungen und ich bearbeitete einen zwar lakonischen doch immer hinreichenden Entwurf meiner Lebensereignisse und der daraus hervorgegangenen schriftstellerischen Arbeiten bis auf gedachtes Jahr; sonderte sodann was sich auf Autorschaft bezieht, und so entstand das nackte chronologische Verzeichnis am Ende des zwanzigsten Bandes. seit gedachtem Jahre habe ich von Zeit zu Zeit in ruhigen Stunden fortgefahren sinnige Blicke ins vergangene Leben zu werfen und die nchste Zeit auf gleiche Weise zu schematisieren, wozu mir denn ausfhrlichere Tagebcher erwnscht und hlfreich erschienen; nun liegen nicht allein diese, sondern so viel andere Dokumente, nach vollbrachter archivarischer Ordnung, aufs klrste vor Augen und ich finde mich gereizt jenen Auszug aus meiner ganzen Lebensgeschichte dergestalt auszuarbeiten, da er das Verlangen meiner Freunde vorlufig befriedige und den Wunsch nach fernerer Ausfhrung wenigstens gewisser Teile lebhaft errege, woraus denn der Vorteil entspringt, da ich die gerade jedesmal mir zusagende Epoche vollstndig bearbeiten kann und der Leser doch einen Faden hat, woran er sich durch die Lcken folgerecht durchhelfen mge. denn mich wegen einer teilweisen Behandlung zu rechtfertigen, darf ich mich nur auf einen jeden selbst berufen und er wird mir gestehen, da, wenn er sein eigenes Leben berdenkt, ihm gewisse Ereignisse lebhaft entgegen treten, andere hingegen, vor- und nachzeitige, in den Schatten zurckweichen, da, wenn jene sich leuchtend aufdrngen, diese selbst mit Bemhung kaum aus den Fluten der Lethe wieder hervorzuheben sind. er soll also vorerst meine anhaltende Arbeit sein, eine solche Bemhung in so fern sie begonnen ist fortzusetzen, in so fern ich sie skelettartig finde mit Fleisch und Gewand zu bekleiden und so weit zu fhren, da man sie nicht blo sich zu unterrichten, sondern auch sich zu vergngen lesen mge. ber Autobiographie das Individuum geht verloren; das Andenken desselben verschwindet, und doch ist ihm und andern daran gelegen, da es erhalten werde. jeder ist selbst nur ein Individuum und kann sich auch eigentlich nur frs Individuelle interessieren. das Allgemeine findet sich von selbst, dringt sich auf, erhlt sich, vermehrt sich. wir benutzen's, aber wir lieben es nicht. wir lieben nur das Individuelle; daher die groe Freude an Vortrgen, Bekenntnissen, Memoiren, Briefen und Anekdoten abgeschiedener, selbst unbedeutender Menschen. die Frage: ob einer seine eigene Biographie schreiben drfe, ist hchst ungeschickt. ich halte den, der es tut, fr den hflichsten aller Menschen. wenn sich einer nur mitteilt, so ist es ganz einerlei, aus was fr Motiven er es tut. es ist gar nicht ntig, da einer untadelhaft sei, oder das Vortrefflichste und Tadelloseste tue; sondern nur, da etwas geschehe, was dem andern nutzen, oder ihn freuen kann. man hat es Lavatern nicht gut aufgenommen, da er sich so oft malen, zeichnen und in Kupfer stechen lie und sein Bild berall herumstreute. aber freut man sich nicht jetzt, da die Form dieses auerordentlichen Wesens zerstrt ist, bei so mannigfaltigen, zu verschiedener Zeit gearbeiteten Nachbildungen, im Durchschnitt gewi zu wissen, wie er ausgesehen hat? dem seltsamen Aretin hat man es als ein Halbverbrechen angerechnet, da er auf sich selbst Medaillen schlagen lie, und sie an Freunde und Gnner verehrte; und mich macht es glcklich, ein paar davon in meiner Sammlung zu besitzen, und ein Bild vor mir zu haben, das er selbst anerkannt. wir sind berhaupt von einer Seite viel zu leichtsinnig, das individuelle Andenken in seinen wahrhaften Besonderheiten als ein Ganzes zu erhalten, und von der andern Seite viel zu begierig, das Einzelne, besonders das Heruntersetzende zu erfahren. Bemerkungen der Freunde gelassen beobachtende Freunde pflegen gemeiniglich die genialischen Nachtwandler unsanft mitunter aufzuwecken, durch Bemerkungen, die gerade das innerste mystische Leben solcher begnstigten oder, wenn man will, bevorteilten Naturkinder aufheben und zerstren. in meiner besten Zeit sagten mir fters Freunde, die mich freilich kennen muten: was ich lebte sei besser als was ich spreche, dieses besser als was ich schreibe, und das Geschriebene besser als das Gedruckte. durch solche wohlgemeinte ja schmeichelhafte Reden bewirkten sie jedoch nichts Gutes, denn sie vermehrten dadurch die in mir ohnehin obwaltende Verachtung des Augenblicks, und es ward eine nicht zu berwindende Gewohnheit, das was gesprochen und geschrieben ward, zu vernachlssigen und manches, was der Aufbewahrung wohl wert gewesen wre, gleichgiltig dahin fahren zu lassen. Besuch in Sesenheim 1779 ich besuche auf dem Wege Friderike Brion; finde sie wenig verndert, noch so gut, liebevoll, zutraulich wie sonst, gefat und selbstndig. der grte Teil der Unterhaltung war ber Lenzen. dieser hatte sich nach meiner Abreise im Hause introduziert, von mir was nur mglich war zu erfahren gesucht, bis sie endlich dadurch, da er sich die grte Mhe gab meine Briefe zu sehen und zu erhaschen, mitrauisch geworden. er hatte sich indessen nach seiner gewhnlichen Weise verliebt in sie gestellt, weil er glaubte, das sei der einzige Weg hinter die Geheimnisse der Mdchen zu kommen; und da sie nunmehr gewarnt und scheu seine Besuche ablehnt und sich mehr zurckzieht, so treibt er es bis zu den lcherlichsten Demonstrationen des Selbstmordes, da man ihn denn fr halbtoll erklren und nach der Stadt schaffen kann. sie klrt mich ber die Absicht auf, die er gehabt, mir zu schaden und mich in der ffentlichen Meinung und sonst zu Grunde zu richten, weshalb er denn auch damals die Farce gegen Wieland drucken lassen. glckliches Ereignis geno ich die schnsten Augenblicke meines Lebens zu gleicher Zeit, als ich der Metamorphose der Pflanzen nachforschte, als mir die Stufenfolge derselben klar geworden, begeisterte mir diese Vorstellung den Aufenthalt von Neapel und Sizilien, gewann ich diese Art das Pflanzenreich zu betrachten immer mehr und mehr lieb, bte ich mich unausgesetzt daran auf Wegen und Stegen; so muten mir diese vergnglichen Bemhungen dadurch unschtzbar werden, indem sie Anla gaben zu einem der hchsten Verhltnisse, die mir das Glck in sptern Jahren bereitete. die nhere Verbindung mit Schiller bin ich diesen erfreulichen Erscheinungen schuldig, sie beseitigten die Miverhltnisse, welche mich lange Zeit von ihm entfernt hielten. nach meiner Rckkunft aus Italien, wo ich mich zu grerer Bestimmtheit und Reinheit in allen Kunstfchern auszubilden gesucht hatte, unbekmmert was whrend der Zeit in Deutschland vorgegangen, fand ich neuere und ltere Dichterwerke in groem Ansehn, von ausgebreiteter Wirkung, leider solche, die mich uerst anwiderten, ich nenne nur Heinses "Ardinghello" und Schillers "Ruber". jener war mir verhat, weil er Sinnlichkeit und abstruse Denkweisen durch bildende Kunst zu veredlen und aufzustutzen unternahm, dieser, weil ein kraftvolles, aber unreifes Talent gerade die ethischen und theatralischen Paradoxen, von denen ich mich zu reinigen gestrebt, recht im vollen hinreienden Strome ber das Vaterland ausgegossen hatte. beiden Mnnern von Talent verargte ich nicht, was sie unternommen und geleistet: denn der Mensch kann sich nicht versagen nach seiner Art wirken zu wollen, er versucht es erst unbewut, ungebildet, dann auf jeder Stufe der Bildung immer bewuter; daher denn so viel Treffliches und Albernes sich ber die Welt verbreitet, und Verwirrung aus Verwirrung sich entwickelt. das Rumoren aber, das im Vaterland dadurch erregt, der Beifall, der jenen wunderlichen Ausgeburten allgemein, so von wilden Studenten als der gebildeten Hofdame gezollt ward, der erschreckte mich, denn ich glaubte all mein Bemhen vllig verloren zu sehen; die Gegenstnde zu welchen, die Art und Weise wie ich mich gebildet hatte, schienen mir beseitigt und gelhmt. und was mich am meisten schmerzte, alle mit mir verbundenen Freunde, Heinrich Meyer und Moritz, so wie die im gleichen Sinne fortwaltenden Knstler Tischbein und Bury schienen mir gleichfalls gefhrdet, ich war sehr betroffen. die Betrachtung der bildenden Kunst, die Ausbung der Dichtkunst htte ich gerne vllig aufgegeben, wenn es mglich gewesen wre; denn wo war eine Aussicht, jene Produktionen von genialem Wert und wilder Form zu berbieten? man denke sich meinen Zustand! die reinsten Anschauungen suchte ich zu nhren und mitzuteilen, und nun fand ich mich zwischen Ardinghello und Franz Moor eingeklemmt. Moritz, der aus Italien gleichfalls zurckkam und eine Zeitlang bei mir verweilte, bestrkte sich mit mir leidenschaftlich in diesen Gesinnungen: ich vermied Schillern, der, sich in Weimar aufhaltend, in meiner Nachbarschaft wohnte. die Erscheinung des "Don Carlos" war nicht geeignet mich ihm nher zu fhren, alle Versuche von Personen, die ihm und mir gleich nahe standen, lehnte ich ab, und so lebten wir eine Zeitlang nebeneinander fort. sein Aufsatz ber "Anmut und Wrde" war eben so wenig ein Mittel mich zu vershnen. die Kantische Philosophie, welche das Subjekt so hoch erhebt, indem sie es einzuengen scheint, hatte er mit Freuden in sich aufgenommen; sie entwickelte das Auerordentliche was die Natur in sein Wesen gelegt, und er, im hchsten Gefhl der Freiheit und Selbstbestimmung, war undankbar gegen die groe Mutter, die ihn gewi nicht stiefmtterlich behandelte. anstatt sie selbstndig, lebendig vom Tiefsten bis zum Hchsten gesetzlich hervorbringend zu betrachten, nahm er sie von der Seite einiger empirischen menschlichen Natrlichkeiten. gewisse harte Stellen sogar konnte ich direkt auf mich deuten, sie zeigten mein Glaubensbekenntnis in einem falschen Lichte; dabei fhlte ich, es sei noch schlimmer, wenn es ohne Beziehung auf mich gesagt worden; denn die ungeheuere Kluft zwischen unsern Denkweisen klaffte nur desto entschiedener. an keine Vereinigung war zu denken. selbst das milde Zureden eines Dalberg, der Schillern nach Wrden zu ehren verstand, blieb fruchtlos, ja meine Grnde, die ich jeder Vereinigung entgegen setzte, waren schwer zu widerlegen. niemand konnte leugnen, da zwischen zwei Geistesantipoden mehr als ein Erddiameter die Scheidung mache, da sie denn beiderseits als Pole gelten mgen, aber eben deswegen in eins nicht zusammenfallen knnen. da aber doch ein Bezug unter ihnen stattfinde, erhellt aus folgendem. Schiller zog nach Jena, wo ich ihn ebenfalls nicht sah. zu gleicher Zeit hatte Batsch durch unglaubliche Regsamkeit eine naturforschende Gesellschaft in Ttigkeit gesetzt, auf schne Sammlungen, auf bedeutenden Apparat gegrndet. ihren periodischen Sitzungen wohnte ich gewhnlich bei; einstmals fand ich Schillern daselbst, wir gingen zufllig beide zugleich heraus, ein Gesprch knpfte sich an, er schien an dem Vorgetragenen teil zu nehmen, bemerkte aber sehr verstndig und einsichtig und mir sehr willkommen, wie eine so zerstckelte Art die Natur zu behandeln, den Laien, der sich gern darauf einliee, keineswegs anmuten knne. ich erwiderte darauf: da sie den Eingeweihten selbst vielleicht unheimlich bleibe, und da es doch wohl noch eine andere Weise geben knne, die Natur nicht gesondert und vereinzelt vorzunehmen, sondern sie wirkend und lebendig, aus dem Ganzen in die Teile strebend darzustellen. er wnschte hierber aufgeklrt zu sein, verbarg aber seine Zweifel nicht; er konnte nicht eingestehen, da ein solches, wie ich behauptete, schon aus der Erfahrung hervorgehe. wir gelangten zu seinem Hause, das Gesprch lockte mich hinein; da trug ich die Metamorphose der Pflanzen lebhaft vor, und lie, mit mit manchen charakteristischen Federstrichen, eine symbolische Pflanze vor seinen Augen entstehen. er vernahm und schaute das alles mit groer Teilnahme, mit entschiedener Fassungskraft; als ich aber geendet, schttelte er den Kopf und sagte: "das ist keine Erfahrung, das ist eine Idee". ich stutzte, verdrielich einigermaen: denn der Punkt, der uns trennte, war dadurch aufs strengste bezeichnet. die Behauptung aus "Anmut und Wrde" fiel mir wieder ein, der alte Groll wollte sich regen, ich nahm mich aber zusammen und versetzte: "das kann mir sehr lieb sein, da ich Ideen habe ohne es zu wissen, und sie sogar mit Augen sehe". Schiller, der viel mehr Lebensklugheit und Lebensart hatte als ich, und mich auch wegen der Horen, die er herauszugeben im Begriff stand, mehr anzuziehen als abzustoen gedachte, erwiderte darauf als ein gebildeter Kantianer; und als aus meinem hartnckigen Realismus mancher Anla zu lebhaftem Widerspruch entstand, so ward viel gekmpft und dann Stillstand gemacht; keiner von beiden konnte sich fr den Sieger halten, beide hielten sich fr unberwindlich. Stze wie folgender machten mich ganz unglcklich: "wie kann jemals Erfahrung gegeben werden, die einer Idee angemessen sein sollte? denn darin besteht eben das Eigentmliche der letzteren, da ihr niemals eine Erfahrung kongruieren knne". wenn er das fr eine Idee hielt, was ich als Erfahrung aussprach, so mute doch zwischen beiden irgend etwas Vermittelndes, Bezgliches obwalten! der erste Schritt war jedoch getan, Schillers Anziehungskraft war gro, er hielt alle fest, die sich ihm nherten; ich nahm teil an seinen Absichten und versprach zu den "Horen" manches, was bei mir verborgen lag, herzugeben; seine Gattin, die ich, von ihrer Kindheit auf, zu lieben und zu schtzen gewohnt war, trug das Ihrige bei zu dauerndem Verstndnis, alle beiderseitigen Freunde waren froh, und so besiegelten wir, durch den grten, vielleicht nie ganz zu schlichtenden Wettkampf zwischen Objekt und Subjekt, einen Bund, der ununterbrochen gedauert, und fr uns und andere manches Gute gewirkt hat. nach diesem glcklichen Beginnen entwickelten sich, in Verfolg eines zehnjhrigen Umgangs, die philosophischen Anlagen, inwiefern sie meine Natur enthielt, nach und nach; davon denke mglichst Rechenschaft zu geben, wennschon die obwaltenden Schwierigkeiten jedem Kenner sogleich ins Auge fallen mssen. denn diejenigen, welche, von einem hheren Standpunkte die behagliche Sicherheit des Menschenverstandes berschauen, des einem gesunden Menschen angebornen Verstandes, der weder an den Gegenstnden und ihrem Bezug, noch an dem eigenen Befugnis sie zu erkennen, zu begreifen, zu beurteilen, zu schtzen, zu benutzen zweifelt, solche Mnner werden gewi gerne gestehen, da ein fast Unmgliches unternommen werde, wenn man die bergnge in einen geluterten, freieren, selbstbewuten Zustand, deren es tausend und aber tausend geben mu, zu schildern unternimmt. von Bildungsstufen kann die Rede nicht sein, wohl aber von Irr-, Schleif- und Schleichwegen, und sodann von unbeabsichtigtem Sprung und belebtem Aufsprung zu einer hhern Kultur. und wer kann denn zuletzt sagen, da er wissenschaftlich in der hchsten Region des Bewutseins immer wandele, wo man das uere mit grter Bedchtigkeit, mit so scharfer als ruhiger Aufmerksamkeit betrachtet, wo man zugleich sein eigenes Innere, mit kluger Umsicht, mit bescheidener Vorsicht, walten lt, in geduldiger Hoffnung eines wahrhaft reinen, harmonischen Anschauens. trbt uns nicht die Welt, trben wir uns nicht selbst solche Momente? fromme Wnsche jedoch drfen wir hegen, liebevolles Annhern an das Unerreichbare zu versuchen, ist nicht untersagt. was uns bei unsern Darstellungen zunchst gelingt, empfehlen wir lngst verehrten Freunden, und zugleich der deutschen nach dem Guten und Rechten hinstrebenden Jugend. mchten wir aus ihnen frische Teilnehmer und knftige Befrderer heranlocken und erwerben. Ferneres in bezug auf mein Verhltnis zu Schiller jeder Mensch in seiner Beschrnktheit mu sich nach und nach eine Methode bilden, um nur zu leben. er lernt sich allmhlich kennen, auch die Zustnde der Auenwelt, er fgt sich darein, setzt sich aber wieder auf sich selbst zurck und formt sich zuletzt Maximen des Betragens, womit er auch ganz gut durchkommt, sich andern mitteilt, von andern empfngt und je nachdem er Widerspruch oder Einstimmung erfhrt, sich entfernt oder anschliet, und so halten wirs mit uns selbst und mit unsern Freunden. selten ist es aber, da Personen gleichsam die Hlften von einander ausmachen, sich nicht abstoen, sondern sich anschlieen und einander ergnzen. die Schwierigkeit liegt hauptschlich darin, da die notwendigen Lebensmethoden von einander abweichen und da im Dekurs der Zeit niemand den andern bersieht. ich besa die entwickelnde entfaltende Methode, keineswegs die zusammenstellende ordnende; mit den Erscheinungen nebeneinander wut ich nichts zu machen, hingegen mit ihrer Filiation mich eher zu benehmen. nun aber ist zu bedenken, da ich so wenig als Schiller einer vollendeten Reife geno, wie sie der Mann wohl wnschen sollte; deshalb denn zu der Differenz unserer Individualitten die Grung sich gesellte, die ein jeder mit sich selbst zu verarbeiten hatte, weswegen groe Liebe und Zutrauen, Bedrfnis und Treue im hohen Grad gefordert wurden, um ein freundschaftliches Verhltnis ohne Strung immerfort zusammen wirken zu lassen. Unterredung mit Napoleon in der Hlfte des Monats besttigt sich die Nachricht von der Ankunft der Monarchen in Erfurt. den 23. marschierten franzsische Truppen dahin. den 24. kommt Grofrst Konstantin in Weimar an. den 25. Kaiser Alexander. den 27. die Herrschaften nach Erfurt, Napoleon kommt bis Mnchenholzen entgegen. den 29. berief mich der Herzog nach Erfurt. abends "Andromache". den 30. bei demselben groe Tafel. abends "Britannicus". sodann bei Frau von Reck groer Tee. Minister Maret. Lever. Statthalterei, Treppe, Vorsaal und Zimmer. Geschwirre durchaus. das allbekannte Lokale und neues Personal. Gemisch. alt' und neue Bekannte. Dichter als Prophet. scherzhaft angeregt. der Frst von Dessau blieb zur Audienz. viele versammelten sich im Geleitshause. der Frst kommt zurck und erzhlt eine Szene zwischen dem Kaiser und Talma, welche Mideutung und Geklatsch veranlassen konnte. speiste bei Champagny. mein Tischnachbar war Bourgoing. Marschall Lannes und Minister Maret mochten gnstig von mir gesprochen haben. Ersterer kannte mich seit 1806. ein dicker Kammerherr, Pole, kndigte mir an zu verweilen. die Menge entfernte sich. Prsentation an Savary und Talleyrand. ich werde hereingerufen. in demselben Augenblicke meldet sich Daru, welcher sogleich eingelassen wird. ich zaudere deshalb. werde nochmals gerufen. trete ein. der Kaiser sitzt an einem groen runden Tische frhstckend; zu seiner Rechten steht etwas entfernt vom Tische Talleyrand, zu seiner Linken ziemlich nah Daru, mit dem er sich ber die Kontributionsangelegenheiten unterhlt. der Kaiser winkt mir heranzukommen. ich bleibe in schicklicher Entfernung vor ihm stehen. nachdem er mich aufmerksam angeblickt, sagte er: "vous etes un homme". ich verbeuge mich. er fragt: "was alt seid Ihr?" "sechzig Jahr". "Ihr habt Euch gut erhalten - Ihr habt Trauerspiele geschrieben". ich antwortete das Notwendigste. hier nahm Daru das Wort, der, um den Deutschen, denen er so wehe tun mute, einigermaen zu schmeicheln, von deutscher Literatur Notiz genommen, wie er denn berhaupt in der lateinischen wohlbewandert und selbst Herausgeber des Horaz war. er sprach von mir, wie etwa meine Gnner in Berlin mochten gesprochen haben, wenigstens erkannt ich daran ihre Denkweise und ihre Gesinnung. er fgte sodann hinzu, da ich auch aus dem Franzsischen bersetzt habe und zwar Voltaires "Mahoment". der Kaiser versetzte: "es ist kein gutes Stck", und legte sehr umstndlich auseinander wie unschicklich es sei, da der Weltberwinder von sich selbst eine so ungnstige Schilderung mache. er wandte sodann das Gesprch auf den "Werther", den er durch und durch mochte studiert haben. nach verschiedenen ganz richtigen Beobachtungen bezeichnete er eine gewisse Stelle und sagte: "warum habt Ihr das getan? es ist nicht naturgem"; welches er weitlufig und vollkommen richtig auseinander setzte. ich hrte ihm mit heiterem Gesichte zu und antwortete mit einem vergngten Lcheln, da ich zwar nicht wisse, ob mir jemand denselben Vorwurf gemacht habe; aber ich finde ihn ganz richtig und gestehe, da an dieser Stelle etwas Unwahres nachzuweisen sei. allein, setzte ich hinzu, es wre dem Dichter vielleicht zu verzeihen, wenn er sich eines nicht leicht zu entdeckenden Kunstgriffs bediene, um gewisse Wirkungen hervorzubringen, die er auf einem einfachen natrlichen Wege nicht htte erreichen knnen. der Kaiser schien damit zufrieden, kehrte zum Drama zurck und machte sehr bedeutende Bemerkungen, wie einer der die tragische Bhne mit der grten Aufmerksamkeit gleich einem Kriminalrichter betrachtet, und dabei das Abweichen des franzsischen Theaters von Natur und Wahrheit sehr tief empfunden hatte. so kam er auch auf die Schicksalsstcke, die er mibilligte. sie htten einer dunklern Zeit angehrt: "was", sagte er, "will man jetzt mit dem Schicksal, die Politik ist das Schicksal". er wandte sich sodann wieder zu Daru und sprach mit ihm ber die groen Kontributionsangelegenheiten; ich trat etwas zurck und kam gerade an den Erker zu stehen, in welchem ich vor mehr als dreiig Jahren zwischen mancher frohen auch manche trbe Stunde verlebt, und hatte Zeit zu bemerken, da rechts von mir, nach der Eingangstre zu, Berthier, Savary und sonst noch jemand stand. Talleyrand hatte sich entfernt. Marschall Soult ward gemeldet. diese groe Gestalt, mit stark behaartem Haupte, trat herein, der Kaiser fragte scherzend ber einige unangenehme Ereignisse in Polen, und ich hatte Zeit mich im Zimmer umzusehen und der Vergangenheit zu gedenken. auch hier waren es noch die alten Tapeten. aber die Portrte an den Wnden waren verschwunden. hier hatte das Bild der Herzogin Amalie gehangen, im Redoutenanzug eine schwarze Halbmaske in der Hand, die brigen Bildnisse von Statthaltern und Familiengliedern fehlten alle. der Kaiser stand auf, ging auf mich los und schnitt mich durch eine Art Manoeuvre von den brigen Gliedern der Reihe ab, in der ich stand. indem er jenen den Rcken zukehrte und mit gemigter Stimme zu mir sprach, fragte er: ob ich verheiratet sei, Kinder habe? und was sonst Persnliches zu interessieren pflegt. eben so auch ber meine Verhltnisse zu dem frstlichen Hause, nach Herzogin Amalia, dem Frsten, der Frstin und sonst; ich antwortete ihm auf eine natrliche Weise. er schien zufrieden und bersetzte sichs in seine Sprache, nur auf eine etwas entschiedenere Art, als ich mich hatte ausdrucken knnen. dabei mu ich berhaupt bemerken, da ich im ganzen Gesprch die Mannigfaltigkeit seiner Beifallsuerungen zu bewundern hatte; denn selten hrte er unbeweglich zu, entweder er nickte nachdenklich mit dem Kopfe oder sagte "oui!" oder gar "c'est bien", oder dergleichen; auch darf ich nicht vergessen zu bemerken, da, wenn er ausgesprochen hatte, er gewhnlich hinzufgte: "qu'en dit Mr. Gt". und so nahm ich Gelegenheit, bei dem Kammerherrn durch eine Gebrde anzufragen ob ich mich beurlauben knne? die er erwiderte, und ich dann ohne weiteres meinen Abschied nahm. den 3. Mancherlei Beredung wegen einer in Weimar zu gebenden Vorstellung. abends "dip". den 4. nach Weimar wegen Einrichtung des Theaters. den 6. groe Jagd. die Schauspieler kommen an mit ihrem Direktor. abends "Tod des Csars". Gelegenheit zur Aufforderung einen "Brutus" zu schreiben. Minister Maret und Angehrige logierten bei mir. den 7. Marschall Lannes und Minister Maret, umstndliches Gesprch wegen der bevorstehenden spanischen Expedition. von der Jenaisch-Apoldischen Jagd alles zurck und weiter. Hofrat Sartorius und Frau. den 14. Orden der Ehrenlegion. Talma und Frau und Sekretr Le Lorgne.